Dienstag, Juli 15, 2014

Kirschkuchen im Donauwellen-Stil

Mein Kirschenbaum steht bei meiner Oma im Garten. Um zu Omas Garten zu gelangen muss ich mittlerweile 250 km fahren. Etwas weit für ein paar Kirschen. Vor allem ist der Kirschenbaum vermutlich leer, weil sich alle Bekannten und Verwandten einfach selber einladen und die Kirschen holen. Brav so, soll ja nix verkommen. Ab und an haue ich meine Mama dann an mir etwas von ihren tiefgekühlten Kirschen mitzugeben. Blöd ist, wenn ich die 250 km wieder nach Hause gefahren bin sind die aufgetaut und ich muss sie gleich verarbeiten. Was etwas blöd ist so am Sonntag um 20 Uhr.

Welch ein Glück, dass es auch hier in Bayern Kirschenbäume gibt. Nämlich im Garten von den Eltern meines Freundes. Was noch besser ist, dass die immer so nett sind und meinem Freund einfach einen vollen Eimer Kirschen mitgeben. Somit bin ich auch in diesem Jahr mit einem halben Eimer Kirschen beglückt worden. An einem Tag an dem ich eigentlich keine Zeit hatte die Kirschen da jetzt zu waschen und entsteinen, aber diese musste ich mir dann eben nehmen. Viel Zeit brauche ich da. Seit der letzten Kirschenernte mit extrem vielen Würmern bin ich nämlich pingelig. Jede Kirsche entkernen, halbieren und gründlichst inspizieren ob ein Wurm darin ist. Dieses Jahr hielt es sich zum Glück in Grenzen mit den Würmern.

Damit dir Kirschen nicht ewig in unserem Tiefkühlschrank bleiben habe ich gleich mal welche verarbeitet. Einen Kirschenkuchen wollte ich machen. Ein Rezept für eine vegane Donauwelle habe ich gefunden. So wirklich eine Donauwelle ist es allerdings nicht, aber wer will schon über Namenkonventionen sprechen. Egal wie der Kuchen heißt. Schmecken soll er und das tat er auch. Darum gibt es hier nun das Rezept. Der Kirschkuchen besteht aus einem Hefeteig, einer Joghurtmasse, Kirschen, Margarinecreme und Schokolade. Klingt kompliziert und aufwändig. Ist es aber gar nicht. Nur viel Warterei.


Für die Margarinecreme eine halbe Packung Puddingpulver nach Beschreibung auf der Rückseite kochen und anschließend 62 g vegane Margarine zerlassen und unterrühren. Das ganze gut abkühlen lassen. Kann einige Stunden im Kühlschrank dauern, also wirklich damit beginnen.

Für den Hefeteig einen Viertel Würfel Hefe in 120 ml warmer Haferdrink auflösen und mit 200 g Mehl verkneten. 25 g vegane Margarine zerlassen und zusammen mit 60 g Zucker zur Hefe-Mehl-Mischung geben. Gut kneten und 45 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.

Die Joghurtmasse besteht aus einer Packung Puddingpulver die mit 5 EL Haferdrink angerührt wird und anschließend mit 500 g Soja-Joghurt, 120 g Zucker, 125 g zerlassener veganer Margarine und einer Prise Salz verrührt wird.

Mein Rezept ist für ein halbes Backblech. Den Hefeteig also auf einem kleinen Backblech verteilen, die Joghortmasse darauf gießen und 600 g Kirschen (gerne auch mehr) verteilen. Bei 160 °C etwa eine Stunde backen. Lt. Rezept nur 30 Minuten, aber da war bei mir die Joghurtmasse noch komplett flüssig. Also einfach immer wieder schauen und nicht wie ich in Panik geraten. Dachte ich backe mal wieder für den Mülleimer. Nach einer Stunde sah es dann aber zum Glück besser aus. Bei mir war die Joghurtmasse am Rand etwas bräunlich und nur noch in der Mitte hatte ich leicht flüssige Stellen.

Wenn der Kuchen kalt ist bekommt die Margarinecreme ihren Einsatz. Dazu ein mal aufschlagen und dann einfach auf dem kalten Kuchen verteilen. 100 g vegane Zartbitterschokolade mit etwas Palmin schmelzen, abkühlen lassen und auf dem Kuchen verteilen. Vor dem servieren noch mal in den Kühlschrank stellen damit der Schokolade wieder fester werden kann.

Schmeckt gut, auch ein paar Tage später noch wenn alles richtig durchgezogen ist. Lasst euch nicht von der ganzen Margarine abschrecken. Ich dachte beim backen auch erst, dass ich vermutlich einen Bissen esse und dann reicht es mir. Deswegen habe ich vorsichtshalber auch mal lieber nur ein halbes Blech gemacht. War zum Glück aber nicht der Fall und der Kuchen wurde brav zwischen meinem Freund und mir aufgeteilt.

Damit die Schokoladenglasur nicht bricht soll das Messer übrigens nass gemacht werden. Hab ich mal irgendwo gelesen. Hilft bei mir wie auf dem Foto ersichtlich ist nur bedingt. Vielleicht hat wer einen anderen Tipp?

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