Mittwoch, Mai 07, 2014

Der Versuch der Sportlichkeit: ... oder bin ich es schon?

Da laufe ich bei einem Lauf mit und schon werde ich Größenwahnsinnig. Ja so bin ich. Ja das macht der Sport mit mir. Nein, das macht nicht der Sport mit mir. Das macht die Gemeinschaft mit mir. Das machen die anderen Läufe. Diese Euphorie. Dieses Mitreißende. Doch ich fange mal von vorne an.

Im März habe ich mich mit zwei Freundinnen getroffen zum Sport machen. Nicht zum laufen, sondern mal zum "Kraftsport". Also so à la Freeletics, Cross Fit oder wie es alles heißt. Also Cross Fit in abgespeckter Form. Eine Freundin hat uns zweien gezeigt was die beim Cross Fit so machen um sich aufzuwärmen. Danach waren wir k.o.
Beim zusammensitzen und quatschen danach - was vermutlich länger war als das Training an sich - kamen wir wieder zum Thema Laufen. Immerhin haben wir drei uns darüber auch kennen gelernt. Dank den zweien bin ich zu meinem ersten (und letzten) Triathlon gekommen und letztes Jahr endlich zu den Laufveranstaltungen.
Da sitzen wir also und ich höre etwas von Red Bull Event. Da werden meine Ohren ganz groß. Ich mag den Energydrink ja gar nicht, die Cola dafür mag ich gerne und die Marke finde ich - warum auch immer - großartig. Vermutlich weil die so ein sportliches Image haben. Diese ganzen Extremsportarten sind doch einfach interessant. Wer würde das nicht gerne machen? Also wenn meiner einer sportlich wäre und mutiger, viel viel mutiger, ich wäre ja sofort dabei.
Doch es geht dieses mal nicht um Extremsportarten. Es ist nicht mal von Red Bull selber. Sondern es geht um eine neue Laufveranstaltung die Wings for Life ins Leben gerufen hat.

Wer Wings for Life nicht kennt geht entweder auf die Homepage Wings for Life oder in zwei kurzen Sätzen gefasst: Wings for Life ist eine gemeinnützige Stiftung, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Querschnittslähmung als Folge von Rückenmarksverletzungen heilbar zu machen. Die treibenden Kräfte hinter Wings for Life sind der Motocross Weltmeister Heinz Kinigadner und der Red Bull Gründer Dietrich Mateschitz.

Laufen für den guten Zweck? Das hört sich doch gut an. Nachdem ich gelesen habe wie der Lauf abläuft war ich restlos begeistert. Normalerweise gibt es einen Start, dann laufen alle bis zu einer Zielline. Doch nicht mit Wings for life. Die haben sich etwas neues ausgedacht. Es gibt eine Startlinie, aber keine Ziellinie. Also zumindest nicht so wie wir sie kennen. Die Ziellinie ist nicht vor einem, sondern sie überholt einen von hinten! Ihr habt schon richtig gelesen. Die Ziellinie ist nämlich ein Auto, ein so genannte Catcher Car. 30 Minuten nach dem Start startet das Catcher Car mit einer bestimmten Geschwindigkeit. Immer wieder wird die Geschwindigkeit erhöht und wer vom Catcher Car überholt wird hat das Rennen beendet.

Das ist doch mal was neues. Kein Druck, dass ich diese x km für die ich mich angemeldet habe laufen muss. Kein Druck, dass hinter mir das Besenauto fährt weil ich zu langsam bin. Ich kann einfach testen wie weit ich komme. Finde ich eine gute Idee.

Als wäre das noch nicht genug hat Wings for Life noch einen drauf gesetzt. Das Rennen findet nicht nur an einem Standort statt, sondern weltweit an 34 Standorten! Alle Starten gleichzeitig. Tausende von Läufern! Alle mit einem Ziel: Querschnittslähmung heilbar zu machen. Denn 100 % der Startgebühren fließen in die Stiftung Wings for Life.

So fiel also am 04.05.2014 um 12:00 (Österreichischer Zeit) für tausende Sportler weltweit das Startsignal. Die Stimmung war grandios. Obwohl es nicht darum ging so schnell wie möglich zu sein haben doch alle ihr Bestes gegeben. Die Strecke in St. Pölten war klasse. Immer wieder standen Zuschauer die einen angefeuert haben. Wirklich ein tolles Erlebnis.

Auch wenn der gute Zweck im Vordergrund stand hatte ich natürlich doch ein kleines Ziel. Also so ganz ohne Ziel laufen geht ja dann auch nicht irgendwie. Die 5 km mussten unbedingt sein. Also wenn ich die nicht geschafft hätte, ich hätte meine Laufschuhe weggeschmissen. Die 8 km hatte ich offiziell angegeben, da dachte ich mir die sind schon drinnen. Für mich persönlich hatte ich ein zweistelliges Ziel gesetzt: 10 km! War eine Herausforderung. Über eine Stunde eine Pace laufen die ich sonst maximal 40 Minuten laufe. Ich fand es herausfordernd.
Als dann bei 9,8 km das erste Rad kam, dass uns das Catcher Car angekündigt hat und wir rechts laufen mussten habe ich also noch mal Gas gegeben. Die 10 mussten einfach drinnen sein und *tada*


10,35 km! *oh yeah* Bin ich nun sportlich? Ein bisschen stolz bin ich auf mich - lacht ihr nur. Sportlich finde ich mich nicht wirklich. Irgendwie bin ich trotzdem immer etwas enttäuscht. Hab ich mich doch nicht genug angestregend? Wäre noch mehr drinnen gewesen?

Wie auch immer ich bin jetzt motiviert zum weitertrainieren. Das habe ich wirklich dringend gebraucht. In drei Wochen ist nämlich schon der Frauenlauf. Da heißt es dann für mich persönliche Bestzeit auf 5 km knacken. Drückt mal die Daumen, dass das klappt!

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