Montag, Juni 18, 2012

Hélène Grémillon - Das geheime Prinzip der Liebe

Originalitel: Le confident
aus dem Französischen von Claudia Steinitz

Hardcover, 256 Seiten

1. Auflage 2012

ISBN: 978-3-355-50096-0

Verlag: Hoffmann und Campe Verlag

Camille erhält nach dem Tod ihrer Mutter Kondolenzbriefe die sie nicht wirklich lesen möchte. Doch da gibt es einen Brief der aus der Menge sticht. Viel zu dick für einen Kondolenzbrief. Ihr interesse ist geweckt und sie fängt an zu lesen. Nun bekommt sie jeden Dienstag einen weiteren Brief. Louis erzählt ihr die Geschichte seiner großen Liebe Annie. Vermutlich hat er sich in der Adresse geirrt? Oder ist es ein Autor der Camille so sein Manuskript schmackhaft macht, damit sie es verlegt?
Ihr schwant nichts gutes als sie immer mehr Briefe bekommt. Ist es vielleicht doch kein Roman, sondern die Geschichte ihrer Familie?

Endlich wieder ein Buch dessen Cover mir gefällt. Doch hier merkt man, dass das Cover alleine halt doch kein gutes Buch ausmacht.

Das Buch hat drei Erzählperspektiven und springt ab und an zwischen Gegenwart (70er Jahre) und Vergangenheit (Zeit um den zweiten Weltkrieg) hin und her. An und für sich eine nette Idee. Die Kapitel sind von der Schrift her gut trennbar. Kursive - sehr kurze Kapitel - die Gegenwart. Normal gedruckte - längere Kapitel - die Vergangenheit.
Doch nach einigen Kapiteln war ich total verwirrt. Erst erzählt Louis von seiner Sicht aus. Dann trifft er Annie, die ihm wiederum erzählt was bei ihr in den letzten drei Jahren so war. Dh man springt in der Vergangenheit noch mal in die Vergangenheit. Danach zurück in die Gegenwart und wieder zurück zur Vergangenheit der Vergangenheit. Kennt ihr euch aus? Nein? Gut, ich war da nämlich auch leicht verwirrt muss ich sagen.

Es gibt einen Brief (also ein Kapitel) das beinahe 100 Seiten lang ist. Was ich ja garnicht leiden mag. Doch genau dieses Kapitel war für mich das interessantere. In diesem Kapitel erfährt man die Vergangenheit nun aus der Sicht von Madame M. Einiges was Annie weggelassen hat wird nun erweitert, ein paar Lücken schließen sich.

Der Anfang des Buches hat nicht sonderlich viele Überraschungen gehabt fand ich. Der Mittelteil war auch solala, allerdings für das, dass man die Geschichte ein zweites mal liest wirklich interessant. Erst auf den letzten 10 Seiten wurde es dann aber richtig gut und es gab Wendungen die ich nicht habe kommen sehen.
Diese Wendungen haben mich so baff und sprachlos zurück gelassen, dass ich die letzten drei Seiten noch mal lesen musste. Erst nachdem ich sie noch 2-3 Mal überflogen hatte habe ich es wirklich kapiert.
Man käme übrigens auch tatsächlich selber drauf, wenn man das Buch aufmerksam genug liest. Immer wieder gibt es Hinweise die für mich scheinbar nicht ganz so offensichtlich waren.

Alles in allem war das Buch teilweise leider etwas zu konfus und langatmig. Die letzten Seiten können das leider auch nicht gut machen, aber immerhin bleibt der Nachgeschmack des Buches somit ein guter.

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